Wie alles begann...

Infiziert vom Menschheitstraum, es den Vögeln gleichzutun, untersuchte der deutsche Ingenieur Otto Lilienthal im 19. Jahrhundert in langen und akribischen Studien den Vogelflug. Dabei wies er zunächst nach, dass ein Vogel schwerer als Luft ist. Diese verblüffend einfache Erkenntnis war damals nicht selbstverständlich, glaubte man doch, dass Vögel - ähnlich wie Fische - ihr spezifisches Gewicht ihrem sie umgebenden Medium anpassen und quasi durch die Luft schweben könnten. Auf diesem Prinzip des statischen Auftriebs basiert die damals schon etablierte Technik der Luftschiffe, also Ballone und Zeppeline.

Lilienthal schlussfolgerte, dass also beim Vogelflug eine Kraft im Spiel sein musste, welche die natürliche Gewichtskraft der Vögel aufhebt. So entdeckte er die dynamische Auftriebskraft, die durch die Bewegung der Flügel in der Luft entsteht. Diese durch Luftströmung hervorgerufenen Kräfte nennt man Aerodynamik. Eine besondere Rolle dabei spielt die Wölbung des Flügelprofils. Lilienthal erforschte diese physikalischen Gesetze anhand vieler wissenschaftlicher Versuche und setzte sie gleich in die Praxis um: er baute die ersten flugfähigen Fluggeräte, in denen er selbst als Pilot fungierte.

Bei einem dieser Flüge - es waren wohl schon mehrere tausend - kam er 1896 ums Leben. Dieses Schicksal konnte viele weitere Luftfahrtpioniere nicht davon abhalten, seinen Spuren zu folgen und die Luftfahrt zu dem zu machen, was sie heute ist: das sicherste Verkehrsmittel der Welt!

   

Bildquellen: Links: "Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst" von Otto Lilienthal, 2003 Verlag Steffen; Rechts: Luftrettung Hamburg